Fahrtbericht Schweden

…wie Mainstream diesen Sommer nach Schweden zu fahren – aber wir haben es trotzdem gewagt und wurden dafür belohnt mit weißen Sandstränden, Sonnenbrand, internationalen Begegnungen und den besten Zimtschnecken in ganz Schweden zum Frühstück.
Nach einer kurzen Nacht am Bahnhof in Kristianstad bestiegen wir die Touristenbusse zum Jamboree und besuchten das bayerische Kontingent. Von den Eindrücken des Tages überwältigt, schafften es der Jüngste auch gleich noch in der letzten Sekunde verloren zu gehen – doch am Ende bestiegen wir wieder vollzählig den Bus und es konnte zur eigentlich Fahrt losgehen.
Wir blieben im Süden, unsere erste Station war der Söderasen Nationalpark. Es gibt nur 2 Plätze an denen man im Park schlafen darf und das dachten sich wohl auch die dänischen und italienischen Pfadfinder, mit denen wir uns den Schlafplatz in der Nacht teilten.
Jetzt wurden wir zur Pfadfinder-Touristen-Attraktion: Boah, ein Schwarzzelt! Die dänischen Pfadfinderinnen galt es zu beeindrucken, so gut und schnell stand die Kothe danach nie wieder während der gesamten Fahrt… (Tja, Jungs aber das musste einfach mal gesagt werden)
Die unterschiedlichen Traditionen beim jeweiligen Essen vorgeführt (so schnell hat auch das Kochfeuer danach nicht wieder gebrannt – aber diesmal waren es die Italienerinnen, die den Ansporn gaben) ging es danach zu einem gemeinsamen Sing-Spiele-Abend, der wieder einmal zeigte man braucht keine gemeinsame Sprache um sich bei den Pfadfindern zu verstehen.

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Die ersten Tage liefen wir uns langsam ein, die Berge rauf und runter durch die Birkenwälder, die orangenen Wegzeichen wurden unsere ständigen Begleiter, wir liefen den Skaneleden entlang und diese Farbe wurde zu unserem Freund über 2 Wochen.
Es war so heiß, dass wir froh waren im Schatten der Bäume laufen zu können und ich persönlich bin jetzt mit den Norden wieder versöhnt, der problematische Zustand seit Finnland hat sich damit erledigt. Über 100 Kilometer gelaufen und davon nur 15 Kilometer an befahrenen Straßen, das ist eine Fahrtenstrecke, wie man sie sich nur wünschen kann.
Wir liefen durch die Wälder bis wir nach Klippan abbogen um uns mit Julia (Stamm Staufen) treffen zu können und danach an die Küste aufzubrechen.
Die zweite Ettape unserer Fahrt führte uns an der Küste entlang von Kivik runter nach Ystad. Da waren unsere zweiten 5 Kilometer Straße bis wir auf die Apfelplantagen und den Stenshuvud-Nationalpark stießen und der Regen fing an…
Der erste Regenschauer war nach einer Nacht und einem halben Tag vorbei und die Sonne trocknete die Planen und uns innerhalb kürzester Zeit, das abendliche Lagerfeuer zum Singekreis am Strand verhalf auch dem letzten paar Schuhe wieder zu einem trockenen Zustand.

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Ein weiterer Tag mit Sonnenschein und dem Weg direkt am Strand ließen südliche Urlaubsgefühle aufkommen, noch 2 weitere Tage hatten wir das Glück, dass der Regen hauptsächlich in der Nacht kam – kein Vergleich zu Finnland. Laut einem schwedischen Altpfadfinder war der Wetterbericht aber so schlecht, dass er darauf bestand, dass wir bei ihm und seiner Frau im Haus schlafen müssen, am nächsten Morgen wurden uns neben vielen leckeren Semmeln (nicht süß!) auch noch Zimtschnecken serviert, das Luxusleben mit Dusche und Fernseher mussten wir dennoch nach einer Nacht wieder verlassen und uns auf die letzten Kilometer stürzen.
Der Weg führte uns an einen weißen Sandstrand, auf dem man laut Lars (dem schwedischen Altpfadi) Fahrrad fahren kann und es lässt sich auch wunderbar darauf mit Rucksäcken laufen, der Wind machte die prallende Sonne erträglich und wir genossen den Tag mit Karibikfeeling.
Dann kam der Regen zurück und diesmal blieb er bis zum Schluss, leise fing er abends beim Kochen an und er hielt sich tapfer, 2 Nächte und 2 Tage ohne Unterbrechung. Vom karibischen Strand mit Sonnenschein passte sich unsere Umgebung dem Wetter an und glich nun mehr der irischen und schottischen Küste, passend zur Umgebung kamen wir am schwedischen Pendant zu Stone Hedge vorbei und lockten mit unserem geballten Fachwissen über die Astronomie der Bronzezeit einige Touristen an.
Bis zum Militärsperrgebiet halten einen nur die Kuhherden manchmal davon ab, den Weg direkt oben an den Klippen über saftig grüne Wiesen die Küste entlang zu wandern, der Regen und der Wind machten unseren Tag in Irland perfekt.
Als wir endlich in Ystad ankamen und uns eigentlich der schwedischen Krimikultur widmen wollten wurde unser Plan jäh durch ein grausiges Ereignis zum Schweigen gebracht, es gab doch keinen Platz mehr zum Schlafen für 12 durchnässte Pfadis. Daher verließen wir die grausige Stadt des Kurt Wallander und seine Mordschauplätze und kehrten nach Kristianstad zurück.
Wir waren in Schweden, doch wir sahen die Karibik, die irischen Highlands, bekamen Sonnenbrand wie in Italien am Strand und wurden innerhalb von 2 Tagen so nass wie in Finnland in 3 Wochen.
Die besten Wochen des Sommers sind nun Vergangenheit, doch die Erfahrungen und Erinnerungen der Fahrt bleiben und die Nächste kommt bestimmt.

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